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„Ad fontes“ – spannende Exkursion ins Bundesarchiv Koblenz

von Susanne Raillard, 21.06.2019, 09:17 Uhr

Der LK Geschichte 12 von Dr. Susanne Raillard: v.l. Janik, Lukas, Matthias, Elias, Justin, Marit, Emilia, Julia und Chantal vor dem Haupteingang des Bundesarchives in Koblenz.

„Ad fontes“ – zu den Quellen hieß es am 13. Juni 2019 für neun Schülerinnen und Schüler der IGS. Der Geschichtsleistungskurs der Jahrgangsstufe 12 besuchte das Bundesarchiv in Koblenz.

Fortsetzung:

Geschichtsschreibung beruht auf der Interpretation von Quellen. Aber wo sind diese zu finden? Dieser Frage wollte der LK Geschichte bei einem Besuch im Bundesarchiv nachgehen. Nach kurzen Zwischenstopps am Lieferanteneingang fanden sich nahezu alle pünktlich am Haupteingang des imposanten Gebäudes ein, wo wir im Foyer von Frau Müller und Frau Schmitt freundlich empfangen wurden.

Zunächst gab uns Frau Müller einen Überblick über die Aufgaben des Bundesarchivs. Alle Einrichtungen des Bundes, zum Beispiel das Kanzleramt, die Bundesministerien oder -behörden, sind dazu verpflichtet, ihre Akten an das Bundesarchiv abzugeben. Die Mitarbeiter dort entscheiden dann, welche Akten „archivwürdig“ sind und aufbewahrt werden. Mit diesen Quellen kann man zum Beispiel anhand von Protokollen und Aktenvermerken nachvollziehen, wie bestimmte Regierungsentscheidungen zustande kamen. Diese Dokumente stehen übrigens nicht nur Historikern, sondern jedem Interessierten zur Verfügung.

Nur ein Bruchteil des Archivgutes ist bereits digitalisiert. In Koblenz und den acht weiteren Standorten des Bundesarchivs werden über 330 Kilometer Akten mit Schriftgut gesammelt, hinzukommen Plakate, Bilder, Filme und Karten. Darüber, wie und wo dies genau geschieht, gab die anschließende Führung durch die Magazine des Archivs Auskunft. In drehbaren Metallregalen lagern hier unzählige Aktenkartons bei einer konstanten Temperatur von 18° C, die übrigens nicht durch eine Klimaanlage, sondern durch die geschickte Bauweise erzeugt wird. Hier konnten wir bereits erste Originaldokumente bewundern und zu seiner großen Freude durfte Lukas mithilfe des großen Drehkreuzes die Regale bewegen.

Den Abschluss des Programms bildete dann die Arbeit mit Quellen aus der Nachkriegszeit mit Frau Schmitt. Wir durften zwei echte Akten durchblättern, in denen sich unter anderem Dokumente zur Konferenz von Potsdam 1945 befanden. Gearbeitet wurde dann jedoch mit Faksimiles, originalgetreuen fotografischen Reproduktionen. Die Analyse der (fast) echten Dokumente war für alle etwas ganz Besonderes, sehen sie doch ganz anders aus als die gedruckten und oft gekürzten Quellen aus dem Geschichtsbuch. Auch inhaltlich boten die Dokumente überraschende Einblicke: So erfuhren wir, warum Bundespräsident Theodor Heuss nicht auf der ersten Briefmarke der Bundesrepublik Deutschland zu sehen war und dass manche Lehrer in der Nachkriegszeit darauf angewiesen waren, an der Schulspeisung der Schüler teilzunehmen.
Ausgestattet mit neuen Erkenntnissen und praktischen kleinen Geschenken ging es mittags zurück nach Neuwied. Der Besuch im Bundesarchiv ist ein Erlebnis, das der LK Geschichte uneingeschränkt zur Nachahmung empfiehlt.